Schenefeld

 

 

 

 

 

 

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 Bonifatius-Kirche Schenefeld


Eine der Urkirche neben Meldorf, Hamburg und Heiligenstedten. Sie wurde im frühen 9.Jh gegründet. Aus dieser Zeit ist noch die untere Schiffsnordwand erhalten, sie ist damit der älteste noch aufrecht stehende Kirchenbaurest in Schleswig-Holstein ist.
Die Kirche erhielt 1733 einen Dachreiterturm und wurde 1903 und 1908 grundlegend verändert. Im Innern Altar und Kanzel im Stil der Spätrenaissance, von Jürgen Heitmann d. Ä. aus Wilster 1637 geschaffen; selten ist der stehende Taufengel aus dem späten 17. Jh. Das von Haale bis Vaale (vun Haal bit Vaal) reichende Großkirchspiel bestand bis 1863.  

 

            Bonifatius-Kirche in Schenefeld                            Bonifatius-Kirche in Schenefeld

                                                       Bonifatius-Kirche in Schenefeld

 

 

Reise in die Vergangenheit:

Pastorin i.R. Hilde Rieper referierte über Ansgar und Rimbert

SCHENEFELD (sch). „Sie waren ein Herz und eine Seele, ein Geist und ein Glaube“. Mit diesen Worten aus der „Vita Rimbertii“ führte Pastorin i. R. Hilde Rieper aus Hamburg in den Vortrag  „Auf den Spuren Ansgars und seine Bedeutung für Schenefeld“ ein. Die Herausgeberin mehrerer Schriften über die beiden ersten Erzbischöfe von Hamburg, Bremen und Nordelbien, die im neunten Jahrhundert gewirkt und den christlichen Glauben in den Norden Europas getragen haben, war aus Anlass der Ansgar-Tage nach Schenefeld gekommen. In der Bonifatius-Kirche, die in diesem Jahr ihre 1175-jährige Existenz feiert, fand Hilde Rieper ein interessiertes Publikum vor, das zahlreich erschienen war.

In der ihr bekannten engagierten Art führte sie ihre Zuhörer zurück in eine Zeit, deren wechselvolle Geschichte höchste Bedeutung auch für unsere Region hatte.

Mit Hilfe von annähernd 100 Dias, die die Referentin selbst zusammengetragen hat, veranschaulichte sie die geschichtliche Sitiation in den Reichen der Sachsen, Franken, Wikinger und Slawen zu damaliger Zeit. Fest machte sie ihre Betrachtungen an Ansgar und Rimbert, die dem Benediktiner-Orden entstammten und ihr Leben dafür eingesetzt haben, um den heidnischen Norden zu christianisieren. „Aus den Lebensbeschreibungen dieser Männer wissen wir, dass sie ein gottgefälliges Leben im Dienste der Kirche geführt haben, das nicht frei von Rückschlägen und Qualen gewesen ist“, betonte Hilde Rieper.

Dass Ansgar, ausgehend von Corbie/Frankreich und Corvey an der Weser, auch in das Gebiet der Stör gelangte, verdankte er dem damaligen Kaiser, Ludwig dem Frommen, der ihn als Begleiter des Dänenkönig Harald Klak in den Norden entsandte.

Möglich ist, dass Ansgar während dieser Fahrt die Bonifatius-Kirche in Schenefeld gegründet zumindest aber geweiht hat. In diesem Zusammenhang bemerkte Pastor Manfred Kaiser zuvor in seinen Begrüßungsworten: „Es gibt keinen Nachweis, dass unsere Kirche tatsächlich von Ansgar gegründet worden ist. Wir können es nur glauben“.

Historisch ungesichert ist auch die Vermutung von Hilde Rieper, dass die zur sogenannten Ansgar-Mission gehörende Gründung einer Schule in Schenefeld vollzogen worden ist. In der „Vita Ansgarii“ heißt es zu diesem Kapitel nämlich lediglich: „Erfüllt von der Liebe Gottes begannen sie (Anmerkung: Ansgar und Autbert) auch, sich für die Verbreitung ihrer frommen Gottesverehrung eifrig um den Kauf von Knaben zu bemühen, um sie zum Dienste Gottes heranzubilden. Auch Harald ließ einige seiner Leute unter ihrer Aufsicht erziehen. So konnten sie dort binnen kurzem eine Schule mit zwölf oder mehr Schülern errichten. Zudem verschafften sie sich hier und da andere Diener und Helfer. Ihr Ruf und ihr Glaube begannen im Namen Gottes immer reichere Frucht zu tragen.“

Hilde Rieper begründete ihre Annahme, dass die Schule in Schenefeld gelegen haben könnte damit, weil sich dieses Gebiet um 826 sehr schnell zu einem kirchlichen und missionarischen Pflaster entwickelt hat.

Leider beschreiben die Quellen aus dem frühen Mittelalter nur sehr ungenau die geografischen Gegebenheiten ihrer eigenen Schilderungen, so dass weiterhin gerätselt werden darf, wo sich Geschichte im einzelnen abgespielt hat. Da wünscht man sich aus historischem Interesse, dass wahr werden könnte, was Pastor Manfred Kaiser in seinen Begrüßungsworten ansprach: „Wenn die Maueren der Bonifatius-Kirche doch reden könnten“.

 

"Dieses Referat schickte  mir Herr Hermann Schwichtenberg mit der Erlaubnis es hier zu veröffentlichen"

 

 

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